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Heute war wieder eine da.. eine etwa 50-jährige Patientin. Ursprünglich kommt sie aus Schwarzafrika.

Sie hat mehrere schon erwachsene Kinder und eine Nachzüglerin, die erst 9 geworden ist. Diese letzte Tochter hat sie allein erzogen, der Vater hatte ein Umgangsrecht. Sie selbst hat an einem Programm für Alleinerziehende teilgenommen und ihren Abschluß als Einzelhandelskauffrau gemacht.

Letzten Sommer wollte der Vater, mit dem sie häufig Streit hattte, eine Verlängerung des Umgangsrechtes mit Übernachtung. Das Kind wollte eher bei der Mutter bleiben und vor allem nicht beim Vater übernachten. Daraufhin meldete die Sozialbetreuerin des Vaters beim Jugendamt, dass die Mutter das Kind diesbezüglich negativ beeinflusse.

Wenige Tage später rief das Jugendamt bei der Mutter an und bestellte sie mit ihrer Tochter zu einem Gesprächstermin. Da es kurz vor den Sommerferien war, glaubte die Mutter, dass sie vielleicht einen Ausflugsgutschein für die Tochter in den Sommerferien erhalten würde.

Dort ließ sie die Tochter für ein Gespräch in einem Raum zurück. Ihr selbst wurde in einem anderen Raum mitgeteilt, dass ihre Tochter nicht mehr weiter bei ihr bleiben kann und jetzt im Heim leben muss. Sie wurde von Security-Personal abgehalten, die Tochter noch einmal zu sehen. In der Aufregung bekam sie eine Panikattacke und kollabierte, so dass sie im Krankenhaus behandelt werde musste.

Das ist für sie der Anfang einer langen Odysee durch Gerichte, Sozialberatungen, Psychotherapie etc. Nach einem Jahr lebt das Kind noch immer im Heim, sie kann es alle 2 Wochen sehen, wird aber nie mit ihr allein gelassen. Telefonieren darf sie nicht mehr mit ihrer Tochter, weil sie eines der Gespräche aufgezeichnet hat.

Jetzt nach einem Jahr hofft sie mit Hilfe einer Anwältin, mit Unterstützung des Vaters, der nie wollte, das Kind nicht bei der Mutter bleibt, einem psychologischen Gutachten und den Gesprächsaufzeichnungen ihr Kind wiederzubekommen.

Natürlich kenne ich nur ihre einseitige Erzählung und viel zu oft hört man die Geschichte, dass das Jugendamt zu spät eingegriffen hat.

Aber diese Frau kenne ich ebenso wie ihre anderen Kinder. Bei diesem Fall ist etwas nicht in Ordnung, und er lässt mich auch darüber nachdenken, wie das mit unserem Familienrecht tatsächlich ist und wie hilflos einen das deutsche Recht machen kann.

 

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