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Heute war wieder eine da ……eine 81 jährige Patientin.

Sie kam schon sehr langsam aus dem Wartezimmer und sah viel müder aus als sonst. „Was fehlt Ihnen denn?“ wollte ich wissen. „Ach, sagte sie, meine Entzündung im Arm ist wiedergekommen, sehen Sie, er ist ganz dick angeschwollen. Das Antibiotikum habe ich mich nicht zu nehmen getraut. Dann bin ich vor einer Woche auch noch ohnmächtig geworden. Sehen Sie unter dem Arm ist es noch ganz blau.“

Ich schaue mir also den Arm an. Er ist warm und geschwollen, das Erysipel (Wundrose), das sie alle paar Jahre hat, ist wieder da. Am liebsten würde ich sie ins Krankenhaus schicken, aber da will sie auf keinen Fall hin. Also entscheide ich mich für ein breites Antibiotikum.

Dann frage ich sie noch einmal nach dem Sturz. Ja, da sei sie auf die Schulter gefallen und dabei sei ein richtiger „Knubbel“ aufgetreten. „Was für ein Knubbel?“

Sie zeigt auf ihr Schlüsselbein. Tatsächlich sieht man eine tennisballgroße Schwellung. Ganz offensichtlich ist das Schlüsselbein gebrochen und das schon seit einer Woche. Aus genauere Frage gibt sie zu , dass sie vor Schmerzen nicht schlafen konnte, aber ein Schmerzmittel will sie auch nicht.

Ich schicke sie weiter zum Röntgen (tatsächlich gebrochen) und zum Chirurgen.

Und frage mich, warum sie trotz der Feiertage nicht zum Notdienst oder Vertretungsarzt gegangen ist. Aber es gibt ihn noch diesen zähen, eigensinnigen Schlag von Menschen, die nicht ins Krankenhaus gehen, keine Medikamente nehmen und nur wenn gar nichts mehr geht, den Hausarzt aufsuchen, den sie lange kennen.

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