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Heute war wieder eine da…eine 63-jährige Patientin.

Sie kam, um über ihr 95-jährige Mutter zu sprechen, auch eine Patientin von mir, die sie zu hause mit Hilfe eine 24-Stunden Betreuung pflegt. Die alte Dame hat ein langsam wachsendes Lymphom (Lymphknotenkrebs), das ihr wenig Probleme bereitet, sowie eine Demenz, die die Verständigung mit ihr schwierig macht, weil sie nicht mehr alles versteht und manchmal auch -gerade zu ihrer Tochter- bösartig ist. Ansonsten geht es ihr gut, sie steht mit Hilfe jeden Morgen auf, isst das für sie zubereitete Essen ohne wesentliche Hilfe und sitzt gerne im sonnigen Garten.

Akut war die Mutter wegen Bauchschmerzen im Krankenhaus auf genommen worden. Dort fand sich als Ursache ein Darminfarkt, das heißt ein Verschluß des Gefässes, das den Darm mit Blut versorgt. Wenn der Darm nicht durchblutet wird oder ein Teil nicht durchblutet wird, stirbt er ab. In solchen Fällen muss man sofort operieren, um den Darm zu retten und eine Bauchfellentzündung zu vermeiden.

In diesem konkreten Fall war die Darmarterie durch den Lymphknotenkrebs so stark eingeengt, dass sie nicht mehr durchgängig war. Einzige Möglichkeit die Patientin vor dem kurzfristigen Tod zu retten, wäre eine sofortige Bauch-OP und dann nach 2 Tagen eine weitere Bauch-OP. Zwei riesige OPs mit 95 Jahren. So oder so wird das kein gutes Ende haben.

Auch wenn man mit 95 Jahren auf ein langes, erfülltes Leben zurückblickt, ist es schwer zu sagen, jetzt ist der Moment zu gehen.

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