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Heute war wieder eine da…eine 39-jährige mit diffusen Beschwerden.

Schon bei ihrer Wohnadresse wurde ich stutzig. Sie kam von ziemlich weit weg, so dass ich sie fragte, was sie zu mir geführt hätte. Sie suche einen neuen Hausarzt, sagte sie. Herr Dr. X und Frau Dr. Y hätten sie nicht richtig behandelt und seien nicht auf ihre Beschwerden und Symptome eingegangen.

Bei genauerem Nachfragen stellte sich heraus, dass schon alle erdenklichen Tests und Untersuchungen durchgeführt worden waren. Man hatte keine Ursache für Ihre Magenbeschwerden gefunden und eine offensichtlich psychosomatische Ursache oder Komponente der Beschwerden waren ihr auch nicht zu vermitteln.

Nachdem ich alle Unterlagen studiert hatte, fiel mir auch nichts Neues ein, was man noch sinnvoll untersuchen könnte. Das sagte ich ihr da auch. Ich fürchte, sie hat sich auch bei mir unverstanden gefühlt und ist zum nächsten Arzt weitergezogen.

Solche „Arzt-Hopper“ sind undankbare und zeitaufwendige Patienten. Am Anfang der Praxistätigkeit fällt man manchmal darauf herein und denkt, man sei jetzt der eine Arzt, der weiterhelfen könnte. Diese Patienten ziehen trotzdem immer weiter, sind immer undankbar und unzufrieden und wenn man Pech hat, hinterlassen sie noch Bewertungen auf Internetportalen mit Durchschnittsnote 6. „Dieser Arzt ist uninteressiert und hat keine Ahnung.“

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