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Heute war wieder eine da…eine 93-jährige Patientin.

Sie kommt nur selten, da sie bis auf Knieschmerzen wenig Beschwerden hat. Da das eine Kniegelenk seit Wochen angeschwollen war, hatte sie den Orthopäden aufgesucht. Der hatte sie zu uns geschickt, um eine Gicht auszuschließen.

Wir hatten eine Labortest durchgeführt, der zwar keinen Hinweis auf Gicht ergab, dafür aber eine recht deutliche Blutarmut(Anämie), die vor 3 Jahren beim letzten Bluttest noch nicht bestanden hatte. Bei dem zusätzlich bestehenden Eisenmangel muss man da immer an einen sickernden Blutverlust aus dem Magendarmtrakt denken. Zum Beispiel ein Magengeschwür oder gar eine Krebserkrankung des Magens oder Dickdarms.

Die Patientin ist bis auf ihre Kniebeschwerden völlig fit, geistig auf der Höhe und wirkt 10-15 Jahre jünger. Da fiel es mir schwer, die Sache auf sich beruhen zu lassen, nur weil sie ja schon 93 ist. Ich besprach mich mit dem Gastroenterologen meines Vertauens, ob eine weitere Diagnostik wie eine Magenspiegelung oder Darmspiegelung sinnvoll wäre. „Könnte man sie denn operieren, wenn man etwas findet?“, wollte er wissen. So fit wie sie ist, denke ich, dass das ginge.

Heutzutage mit den immer mehr Menschen, die immer fitter alt werden, ist es schwer Grenzen zu ziehen.

Letztendlich habe ich erstmal den pragmatischen Weg gewählt, ihr einen Magenschutz und ein magenfreundlicheres Schmerzmittel verordnet sowie etwas Eisen zum Einnehmen, da sie erzählte, dass sie fast kein Fleisch mehr isst, sondern sich nur Gemüse und Kartoffeln und Reis kocht.

Mal abwarten.

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