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Heute war wieder einer da……ein ehemaliger Feuerwehrmann mit Diabetes und starken Schmerzen in den Beinen auf Grund einer Polyneuropathie (Nervenschädigung durch die Zuckerkrankheit).

Damit der Nachwuchs für die Hausarztpraxis gewährleistet wird, habe ich abundzu Studenten da, die ich für die Hausarztmedizin begeistern will. So auch heute. Unwillkürlich verhält man sich etwas vorbildlicher als sonst, und ich will der Studentin zeigen, wie wichtig eine gute Anamnese ist und dass man sich genug Zeit für den Patieten nehmen muss. Untersuchungen zeigen, dass man durchaus mit einer offenen Frage beginnen kann. Patienten kommen in der Regel innerhalb von weniger als drei Minuten zum Ende, und man erfährt mehr als mit Ja/Nein Fragen.

Doch diesmal sitzen wir staunend da und erleben einen Redeschwall ohne Punkt und Komma, der sich für eine gefühlte Ewigkeit (vielleicht 10 Minuten?) über uns ergießt ohne dass man irgendwie unterbrechen kann.

Auch mit meinem ganzen Repertoire an Tricks (Verabschieden, Aufstehen, zur Tür gehen, die Tür öffnen….)gelingt es mir erst nach etwa 30 Minuten diesen Routinebesuch zur Besprechung von Laborwerten zum Ende zu bringen. Natürlich muss soviel Zeit sein, aber sie geht auf Kosten der anderen Patienten, die länger warten müssen und weniger Behandlungszeit bekommen.

Nachtag: Meine Helferin erzählte mir, dass mein Vorgänger, einen „Notknopf“ für diese Fälle hatte, der eine Lampe bei ihr an der Anmeldung zum Leuchten brachte  und sie dann „einschreiten“ konnte.

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