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Da fahre ich jeden Tag 2 x 35 Minuten Fahrrad und zwar zügig, denn sonst bin ich überall noch mehr zu spät.

An diesem Nachmittag steht ein älterer Herr mit Fahrrad vor mir auf dem Fahrradweg an der Ampel. Als es grün wird, steigt er etwas behäbig auf, und ich denke schon, dass ich mich jetzt gleich auf dem engen Fahrradweg an ihm vorbei zwängen muss. Doch nach 2-3 Pedalentritten gewinnt er an Fahrt und zieht sportlich von dannen, so dass ich kaum mithalten kann. An der nächsten Ampel das selbe. „Nicht schlecht“, denke ich, „der Alte ist ganz schön fit.“

Als er an einer Ampel wieder anhalten muss, betrachte ich mir das Fahrrad erstmals genauer und werde misstrauisch. Da ist tatsächlich ein Kästchen unter dem Gepäckträger, der Akku. Ein Pedelec (ohne Anfahrhilfe).

Kein Wunder, dass nur das Anfahren ein bisschen zögerlich war.

Insgesamt finde ich es gut, dass gerade ältere Menschen, auch meine Patienten, so wieder häufiger auf das Fahrrad steigen und sogar längere Touren mFahrradunfallachen, die sie sich vorher nicht mehr zugetraut haben. Fahrradfahren ist schließlich auch gut für die Gesundheit. Trotzdem wird häufig vergessen, dass mit zunehmendem Alter nicht nur die Kraft weniger wird, sondern die Menschen auch häufiger Schwindel haben, schlechter sehen und die Unsicherheit steigt. Leider steigt damit auch die Unfallgefahr.

Der ADFC sagt allerdings, dass die Unfallgefahr von Pedelecs überschätzt wird. Es passieren nicht wesentlich mehr Unfälle, aber schwerere, was auf die höhere Geschwindigkeit zurückzuführen ist. http://www.adfc.de/9887_1

Also lieber älterer Herr, super, dass Du noch so zügig unterwegs bist, aber bitte, bitte denk darüber nach, ob nicht ein Fahrradhelm eine gute Investition wäre!

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